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Talent kennt keine Herkunft

Sie sind musikalisch, sammeln Geld für eine Schule in Ghana oder unterstützen ihre Mitschüler, die erst vor kurzem nach Deutschland geflüchtet sind. Die neuen Stipendiaten des Programms „Talent im Land“ sind engagiert, motiviert und vielfältig talentiert. Auf ihrem Weg zum Abitur haben sie es aufgrund ihrer sozialen Herkunft aber oft selbst nicht leicht.
Julia Grzejszczak | November 2017
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Foto: bopicture
Immer noch hängt der Bildungserfolg stark vom sozialen Status ab. Besonders junge Menschen mit Migrationshintergrund und Arbeiterkinder stehen in der Schule oft vor besonderen Hürden.

53 solcher talentierten Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg wurden von der Baden-Württemberg Stiftung und der Robert Bosch Stiftung in das gemeinsame Programm „Talent im Land“ („TiL“) aufgenommen. „Junge Talente dürfen nicht darunter leiden, wenn zuhause keiner bei schulischen Fragen helfen kann oder das Geld nicht ausreicht, beispielsweise für die technische Ausstattung eigener Experimente“, betont Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. Im Beisein von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und ihren Familien feierten die Jugendlichen im November den Beginn ihres Stipendiums.
 

Vielfalt zeichnet „Talent im Land“ aus

Die 34 Mädchen und 19 Jungen sind die neuen Mitglieder der „TiL“-Familie  –  und diese zeichnet sich vor allem durch ihre Vielfalt aus. Der diesjährige Jahrgang macht da keine Ausnahmen. 24 Stipendiaten sind in Deutschland geboren, die anderen Jugendlichen stammen beispielsweise aus der Türkei, aus Pakistan, Afghanistan, Kasachstan, aus Kolumbien oder China. Die größte Gruppe des aktuellen Stipendiatenjahrgangs kommt aber aus Syrien: Zwölf Jugendliche sind dort geboren und in den letzten Jahren nach Deutschland geflüchtet. Zwei von ihnen kannten sich bereits von ihrer gemeinsamen Zeit in der syrischen Schwimm-Jugend-Nationalmannschaft. Wegen der Flucht hatten sie sich aus den Augen verloren - und durch einen unglaublichen Zufall im selben TiL-Jahrgang wiedergetroffen.

Zhide, der selbst vor zwei Jahren aus China nach Baden-Württemberg kam, ist von seinen Mitstipendiaten, die trotz Fluchterfahrung voller Zuversicht und Motivation sind, stark beeindruckt. „Sie motivieren mich“, sagt er und freut sich auf die gemeinsame Zeit mit ihnen.

Welche Talente zeichnen die neuen Stipendiaten aus? Lernen Sie Zhide und vier weitere Stipendiaten kennen: 

Mit der Unterstützung des Programms lernen die Stipendiaten ihre Persönlichkeit und Begabungen zu entfalten, um ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Neben einer finanziellen Förderung bekommen die Stipendiaten auch die Möglichkeit an einem breiten Seminar- und Bildungsprogramm teilzunehmen. So spielt beispielsweise das Thema Berufsausbildung bei der jährlichen Sommerakademie eine große Rolle: Ehemalige Stipendiaten berichten von ihrem Berufsalltag und vermitteln den „Neuen“ jede Menge nützliche Kontakte aus dem „TiL“- Netzwerk.

Seit 2003 wurden mehr als 700 „Talent im Land“ durch das Programm der Robert Bosch Stiftung und der Baden-Württemberg Stiftung gefördert.

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Fotos: bopicture 
Das sind die 53 neuen Stipendiaten von „Talent im Land" mit Christoph Dahl, Geschäftsführer Baden-Württemberg Stiftung (links), Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (rechts daneben) und Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin Robert Bosch Stiftung (rechts).